„Auf unsrer Wiese gehet was …“ (2)

Projekt: Storch

Naturwissenschaftliche Bildung – Mathematische Bildung – 1-3 Jahre

Während eines Projektes werden den Kindern altersgerecht Inhalte vermittelt. Ist in einer Gruppe die Altersstruktur gemischt, wird das Projekt in verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchgeführt. Dreijährige erhalten nicht die identischen Aufgabenstellungen wie die 6jährigen Vorschulkinder. Je nach Alter werden in abgestufter Form oder mit höheren Anforderungen gezielt Inhalte angeboten. Besondere Beachtung erhalten dabei die individuellen Entwicklungsstände jedes einzelnen Kindes. So wird dem wissbegierigen Kind das nötige Input ermöglicht, das es einfordert und aufholenden Kindern für die individuellen Entwicklungsschritte Zeit geboten.

Es gibt Kinder, die leicht lernen und Dinge schnell verstehen, behalten, umsetzen und wieder abrufen können. Es gibt aber auch Kinder, die immer wieder Wiederholungen brauchen, um zu verstehen und zu verinnerlichen.

Um sich Wissen anzueignen, gibt es die verschiedensten Lernmethoden. Wir Erwachsene haben inzwischen herausgefunden, welche uns am besten liegt/liegen: den Inhalt noch einmal neu verschriftlichen und in eine Form bringen oder das Gelernte laut und mit eigenen Worten sprechen, um es zu verstehen und wiedergeben zu können oder Bilder als Parallelen zu den Inhalten im Kopf abzuspeichern oder oder oder.

Bei Kindern wird – neben den eigenen Erfahrungen über das Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken – das Wissen in visueller Form erweitert. Zusätzliche Begleitung durch bewusste Worte und Begriffe bietet den Kindern auch den nötigen Wortschatz in diesem Bereich. Da auch jedes Kind unbewusst verschiedene Lernmethoden hat, ist es wichtig, Wissen auch in verschiedenen Formen den Kindern anzubieten. Je mehr „Eckpunkte“ dabei gezielt beachtet werden und im Zusammenhang stehen, desto intensiver verstehen die Kinder. Kinder lernen und begreifen im eigenen Tun und Handeln. Das Spiel ist die wichtigste Form des Lernens und Verstehens, deshalb ist es auch der beste Weg, Inhalte im Rahmen eines Projektes vor allem in spielerischer Form den Kindern zu vermitteln.

Wichtig ist auch, dass die Kinder jederzeit Zugang zu den Spielen haben und auch die Erzieherin diese Inhalte immer wieder in den Tageslauf integriert. Je mehr ein Projekt im Raum „lebt“ und je intensiver alle Bildungsbereiche über einen längeren Zeitraum berücksichtigt werden, desto nachhaltiger verstehen und verinnerlichen die Kinder. Das „Leben“ eines Projektes erreicht man u.a., indem Spielmaterial entsprechend angepasst wird, Fotos oder Bilder zu den Inhalten an den Wänden hängen, Bücher ausgewechselt oder auch Tischsprüche umgedichtet werden.

Ich nutze bei Projekten im Rahmen der naturwissenschaftlichen Bildung sehr gern Zuordnungsspiele und Memorys. Je nach Alter der Kinder ist die Anzahl der Kärtchen angepasst. Der Vorteil bei diesen Spielen ist, dass die Kinder sich nicht erst neue komplizierte Spielregeln aneignen müssen, sondern die Regeln eines Zuordnungsspieles und Memorys bereits kennen und somit einfach los spielen können.

Das Projekt „Auf unsrer Wiese gehet was …“ lebte bei Kindern zwischen ein und drei Jahren. Aufgrund des Alters der Kinder entschied ich mich für ein Zuordnungsspiel und ein kleines Memory. Ich wählte je vier Storch- und Froschabbildungen, bei denen auch gleich wieder wichtige Aspekte zu sehen waren und somit in visueller Form das in Worten erklärte Wissen vermittelt, wiederholt und verinnerlicht werden kann. Beim Storch wollte ich hervorheben, dass er auf einem Bein steht, fliegt, den Frosch im Schnabel trägt, mit dem Schnabel klappert und im Horst wohnt. Beim Frosch achtete ich auf verschiedene Froscharten, Sitzrichtungen und Hintergründe.

Ich klebte die laminierten Fotos auf Moosgummi, damit die Kinder die Bilder gut greifen können. Die Farben des Moosgummis wählte ich wieder bewusst in passenden Farben des Themas aus: rot/schwarz/weiß bei den Bildern des Storches und grün/gelb bei den Bildern des Frosches. Gelb wählte ich zusätzlich, da auf den Bildern die Blätter der Seerose gelb schimmerten und ich beim Frosch nicht nur grün verwenden wollte bzw. nur ein grün bei Moosgummi vorrätig war.

Die Idee, Bilder eines Memorys in die Deckel von Gläsern zu kleben, entdeckte ich vor einigen Tagen bei einer Erzieherin und möchte ich an dieser Stelle sehr gern weitergeben.

Das Memory kann den Kindern nun in verschiedenen Möglichkeiten angeboten werden. Da sich das Projekt hauptsächlich um den Storch dreht, sollten die Kinder die erste Zeit nur das Memory vom Storch kennen lernen. Den 2-3Jährigen ist die Spielregel eines Memorys sicher noch nicht bekannt. Deshalb ist es für das Verstehen und Verinnerlichen der Spielregel ausreichend, wenn erstmal nur die vier Fotos vom Storch angeboten werden.

Werden Spielregel beherrscht und finden die Kinder beim Spielen auch die vier Paare ohne große Schwierigkeiten, kommen die Bilder vom Frosch dazu. Ob erstmal nur das Froschmemory das Spiel der Kinder erweitert oder gleich gemischt wird, muss durch individuelles Beobachten entschieden werden. Das komplette Memory mit allen acht Bildern ist allerdings der letzte Schritt bei der Einführung dieses Spieles.

Die Zuordnungsspiele sind eher für die Jüngsten gedacht. Auch hier beginnen wir nur mit dem Storch. Der Frosch kommt dazu, wenn die Bilder vom Storch verinnerlicht sind und wieder gefunden werden. Diese beiden Zurordnungsspiele sind in diesem Projekt die Vorstufe für das spätere Erlernen des Memoryspieles.

Diese Spiele kommen dann einzeln in passende Kisten/Körbe/Kartons und können so auch jederzeit mit in den Garten zum Spielen genommen werden: für eine kleine Zwischenpause an heißen Tagen auf einer Decke im Schatten, für ruhige Kinder, denen das Herumtollen nicht so liegt … Da wenige Teile enthalten sind, sind diese Spiele sehr kurzweilig und auch schnell wieder aufgeräumt.

Viel Spaß beim spielenden Lernen …

Heike 🙂